Stiftsbibliothek Aschaffenburg

 

Eigentümer: Allgemeiner Schul- und Studienfonds Aschaffenburg, verwaltet durch das Stiftungsamt Aschaffenburg. Seit 1962 (1967 Vertrag) ist sie in der Hofbibliothek als Dauerleihgabe untergebracht.

Unter dem Namen "Stiftsbibliothek" sind heute Bestände zusammengefaßt, die zunächst als Universitätsbibliothek Aschaffenburg (1808-1818), dann als Lyceumsbibliothek (1818-1873) und anschließend als (große) Gymnasialbibliothek bis 1900 dienten. Aus Raummangel kamen die Bestände aus dem Gymnasialgebäude ins Stiftskapitelhaus, wo auch die stiftischen Archivalien untergebracht waren. Unter dem Namen "Stiftsarchiv-Bibliothek" wurde sie im Herbst 1901 von dem Gymnasiallehrer Wendelin Renz offiziell eröffnet.

1932 wurde die "Francksche Bibliothek", die 1808 teils der Lyzealbibliothek, teils dem Aschaffenburger Priesterseminar vermacht wurde, mit ihren 6.437 Bänden an das Priesterseminar Würzburg übergeben, wo sie im März 1945 vollständig verbrannte. Die übrige Stiftsarchiv-Bibliothek überstand im wesentlichen unbeschädigt den Krieg. Nach einigen Rechtsstreitigkeiten zwischen der Stadt Aschaffenburg und dem bayerischen Staat wurde 1967 in einem Vertrag zwischen dem Allgemeinen Schul- und Studienfonds und dem Staat Bayern festgelegt, dass die Sammlung unter dem Namen "Stiftsbibliothek" in der Hofbibliothek im Schloss untergebracht und von ihr bibliothekarisch mitbetreut wird. Durch eine Retrokatalogisierungsmaßnahme sind seit 2016 die fast 26.000 Titel im Online-Katalog der Hofbibliothek nachgewiesen.

 

Herkunft (Provenienz) der Bestände:

- Reste der Bibliothek des ehemaligen Kollegiatstiftes St. Peter und Alexander zu Aschaffenburg

- die Bibliothek des 1773 aufgelösten Jesuitenkollegs, die zusammen mit der alten Stiftsbibliothek und der Franckschen Bibliothek die "Bibliothek der Gesamtstudienanstalten" gebildet hatte (ca. 15.000 Bände)

- die Bibliothek des Präsidenten d. Kgl. Kreisgerichts Georg Adam Frh. von Kieningen (gest. 1816); sie kam mit ihren ca. 4.200 Titeln (in 2.293 Bänden) 1838 über die Bibliothek des Priesterseminars Aschaffenburg hinzu

- Reste der Bibliothek des Mainzer Kirchenrechtsprofessors Franz Philipp Franck (gest. 1810), soweit sie nicht 1932 in das Priesterseminar Würzburg verbracht wurden

 

Bestand: 22.028 Bände (ca 25.500 Titel)

- 86 Handschriften

- 586 Inkunabeln (Wiegendrucke) (382 Bände)

 

Kataloge:

- Online-Katalog Hofbibliothek (InfoGuide)

- Alphabetischer Bandkatalog (2 Bände)

- Standortkatalog (7 Bände)

- Alphabetischer Verfasserkatalog (Zettel)

- Alphabetischer Verfasserkatalog des 16. Jh. (Zettel) - mit Register nach Orten u. Druckern

- Katalog Aschaffenburger Drucke ab 1622 (Zettel)

- Katalog Mainzer Drucke ab 1601 (Zettel)

- Handschriftenkatalog (Hofmann/Hauke, 1978)

- Inkunabelkataloge (Renz, 1908 und Walter, 1999)